Übersicht Weinregionen

Alentejo

Das Alentejo ist eines der größten Weinanbaugebiete in Portugal. Diese heiße und trockene Region besteht aus weiten Ebenen, nur unterbrochen von kleinen Bergen.

Das  Alentejo profitierte von zahlreichen Investitionen in den Weinanbau, die es ermöglichten beste portugiesische Weine hervorzubringen. Deshalb konnte es auch zu internationaler Anerkennung gelangen.

Das Alentejo liegt im Süden von Portugal. Es ist eine sehr sonnige und im Sommer heiße Region, wodurch eine perfekte Reifung der Trauben gelingen kann. Da die Temperaturen im Sommer aber zuweilen sehr hoch sind und die Trockenheit groß, müssen die Reben bewässert werden.

Die meisten der 22000 Hektar Anbaufläche sind konzentriert auf die acht Teilregionen der Herkunftsbezeichnung des Alentejo: Xerez, Borba, Redondo, Vidigueira, Évora, Granja-Amareleja, Portalegre und Moura.

In der Subregion von Portalegre, wo die Weinstöcke auf den Granithängen des São Mamede mountain gepflanzt werden, leiden sie unter dem Einfluss eines Mikroklimas (Temperaturen sind aufgrund der Höhe niedriger). In der Mitte des Alentejo findet man die Teilregionen Borba, Xerez, Redondo und Évora, die sehr ähnliche Weine hervorbringen. Die Teilregionen Moura, Vidigueira und Granja-Amareleja befinden sich im Süden des Alentejo, die noch wärmer und trockener sind.

Es gibt verschiedene Rebsorten in Alentejo; einige sind relevanter als andere (sei es wegen der Qualität oder der Anbaufläche). Die wichtigsten weißen Rebsorten in der Region sind Roupeiro, Antão, Vaz und Arinto. Die roten Rebsorten Aragonez, Trincadeira, Castelão und Alicante Bouschet (eine französische Sorte, die das Alentejo-Klima mag) sind ebenfalls wichtig.

Weißweine aus dem Alentejo DOC sind in der Regel weich, leicht säurehaltig, mit tropischen Fruchtaromen. Rote Weine sind vollmundig, reich an Tanninen und Aromen von roten Früchten.

Bairrada

Bairrada ist reich in der Herstellung von Weiß- und Rotweinen aus traditionellen Rebsorten, wie die Rotweinsorte Baga, und internationale Rebsorten wie z..B. der Cabernet Sauvignon.

Die Region befindet sich in der Region Beira Litoral, zwischen Águeda und Coimbra. Sie liegt sehr nahe am Meer und hat ein typisches altlantisches Klima: Milde und regnerische Winter, und auch mildere Sommer durch die Auswirkungen der atlantischen Winde.

Die meisten Weingüter sind klein.

Die Weinproduktion in der Region wird getragen von Genossenschaften, kleinen und mittelständischen Unternehmen und kleinen Produzenten.

Die Vermarktung durch die sogenannten "Vinhos de Quinta" (Bauernhof-Weine) sind in den letzten Jahren zunehmend wichtig geworden.

Obwohl es Weinerzeugung seit dem 10. Jahrhundert gibt, wurde die Region Bairrada erst im 19. Jahrhundert zu einer Qualitäts-Weinregion.

Baga ist die wichtigste rote Rebsorte der Region und wird in der Regel in lehmigen Böden gepflanzt. Weine aus dieser Rebsorte sind voller Farbe und haben einen herben Grundcharakter, sind aber auch ausgewogen und von großer Langlebigkeit. Vor kurzem wurde der Anbau internationaler Rebsorten in der Region Bairrada DOC gestattet. Einige von diesen sind der Cabernet Sauvignon, Syrah, Merlot und Pinot Noir, die gemeinsam mit den nationalen Rebsorten wie z.B. Touriga Nacional oder Tinta Roriz zu exzellenten Cuvées ausgebaut werden.

Weiße Rebsorten werden in der Region meist auf sandigen Böden gepflanzt. Die gepflanzte Rebsorten ist zu vorderst Fernão Pires (bekannt  als Bairrada Maria Gomes). Arinto, Rabo de Ovelha, Cercial und Chardonnay werden ebenso angebaut, aber in geringeren Mengen. Die Weine sind in der Regel fein und aromatisch. Die Region Bairrada ist für ihre Schaumweine bekannt, die dort oft auch als Aperitif oder Essensbegleiter getrunken werden.

Dao

Dão liegt in der Region Beira Alta, im nördlichen Zentrumsteil Portugals. Die Geographie der Region ist ausgezeichnet für die Weinproduktion.

Die Region ist umgeben von Bergketten, die sie vor dem Wind schützen. Die Weine aus der Dão-Region haben ein großes Alterungspotenzial.

Die 20.000 Hektar Rebfläche befinden sich hauptsächlich in einer Höhe von etwa 400 bis 700 Metern und haben den speziellen Vorteil von Schieferböden geringer Tiefe (im südlichen Bereich) oder Granitböden. Das Klima in der Region unterliegt dem gleichzeitigen Einfluss des Atlantiks und des Binnenlandes. Dies ist auch der Grund dafür, warum die Winter eher kalt und regnerisch und die Sommer in der Regel heiß und trocken sind.

Im Mittelalter wurde der Wein vor allem durch den Klerus erzeugt, insbesondere durch Zisterziensermönche. Der Klerus war sehr vertraut mit den landwirtschaftlichen Praktiken und die Ländereien der Bevölkerung wurde dem Klerus häufig zur Bewirtschaftung und Steigerung der Produktion übertragen.

Dão hat viele kleine Produzenten. Jahrzehntelang wurden die Trauben in der Region an Genossenschaftskellereien zur Herstellung des Weins verkauft. Später waren es vor allem die mittlere und große Weinunternehmen, die den Wein kauften und unter ihrem Markennamen vermarkteten.

1986, nach Aufnahme Portugals in die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft änderte sich das Marktverhalten. Es strebten mehr Winzer in die Region und bauten ihre eigenen Weinbetriebe auf. Die Genossenschaften modernisierten zudem ihre Betriebe und begannen mit der Kommerzialisierung ihrer eigenen Marken. Die kleinen Produzenten entschieden sich ebenso häufig dazu ihre eigenen Weine direkt zu vermarkten.

Touriga Nacional, Jaen, Alfrocheiro und Tinta Roriz sind die wichtigsten roten Rebsorten der Region. Dies gilt bei den Weißweinen für die Rebsorten Encruzado, Bical, Cercial, Malvasia Fina und Verdelho. Die Weißweine sind sehr aromatisch, fruchtig und ausgewogen. Rotweine sind dagegen körperreich, aromatisch und komplex mit hohem Alterungspotential in der Flasche.

PENINSULA DE SETUBAL

Die Península de Setúbal ist umgeben vom Atlantischen Ozean und den Flüssen Tejo und Sado. Die Region südlich von Lissabon ist im Wesentlichen durch Tourismus und große Weingüter geprägt. Mit den Rebsorten Castelão und Moscatel hat diese Region immer eine wichtige Rolle in der Geschichte der portugiesischen Weine gespielt.

Es gibt zwei verschiedene Landschaftstypen in der Region Península de Setúbal. Die eine ist geprägt von lehm- und kalkhaltigen Böden, in 100 bis 500 Metern Höhe. Die Arrabida Berge schützen die Reben vor dem Einfluss des Atlantiks. Der andere Typ, der 80% der Region repräsentiert, ist flach bis leicht hügelig, selten über 150 m Höhe. Dieses Land besteht vorwiegend aus sandigem Boden, ideal geeignet für Traubenproduktion hoher Qualität.

Das Klima ist gemäßigt mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden sowie regnerischen Wintern. Die jährliche durchschnittliche relative Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 75% und 80%, was durch die Nähe des Meeres verursacht wird.

Die Península de Setúbal umfasst mit Palmela und Setúbal zwei Herkunftsbezeichnungen. Die bevorzugte Rebsorte in der Region ist Castelão. Castelão ist in der Region die traditionelle Rebsorte und die Gesetzgebung verlangt, dass ein ein hoher Prozentsatz von dieser Traube bei der Herstellung der Weine verwendet werden muß. Beispielsweise müssen in Palmela die Weine zu mindestens 2/3 aus Castelão bestehen. Diese Rebsorte wird manchmal zu einer Cuvée mit z.B. Alfrocheiro oder Trincadeira verarbeitet.

Die dominanten weißen Rebsorten sind Fernão Pires, Arinto. Und natürlich gibt es den Moscatel de Setúbal. Dieser Wein wird mit hochprozentigem Alkohol angereichert und ist daher vom Verfahren her mit der Herstellung von Portwein vergleichbar. Die rote Variante ist der Moscatel Roxo.

Moscatel de Setúbal und Moscatel Roxo gehören zu den ältesten und berühmtesten Weinen der Welt.

Moscatel de Setubal ist ein Wein von ausgezeichneter Qualität, besonders dann, wenn er für viele Jahre in Fässern aus Eichenholz gealtert ist. Der Wein entfaltet ein sehr intensives Aroma nach Blumen und Orange - voll entwickelt und mit höherem Alter erkennt man Noten von getrockneten Früchten, Rosinen und Kaffee.

Die rote Traube Moscatel Roxo ist mit ähnlichen Eigenschaften wie Moscatel de Setubal ausgestattet, wird aber in geringeren Mengen produziert. Die Aromen und Geschmacksrichtungen sind sehr komplex mit Noten von Bitterorange, Rosinen, Feigen und Haselnüssen.

Unterregionen.

  1. Palmela
  2. Setúbal

Douro

Der Norden Portugals ist auch das grüne Portugal. Hier sind die Sommer nicht ganz so heiß und die Sonne brennt nicht ganz so ungnädig auf das Land wie im Süden.

Außerdem sorgen hier gelegentliche Regengüsse für etwas Nass, so dass die Vegetation im Sommer nicht gänzlich verdorrt. Das Gebiet ist gebiergig und insbesondere zur spanischen Grenze hin werden auch große Höhen erreicht, die gar Wintersport ermöglichen. Hier finden sich viele eindrucksvolle Naturreservate, in denen selbst Wölfe keine Seltenheit sind.

In das Hochland schneidet sich eine gigantische Schlucht mit ihren Seitentälern tief ein, in der der majestätische Fluss Douro sein Bett findet. Bis in 700 Meter Höhe hinauf reichen die Jahrhunderte alten, in den schwarzen Schiefer gehauenen Terrassen, auf denen der Wein gedeiht, eine weltweit einzigartige Landschaft. Der Fluss wird von vielen Stauwerken aufgestaut, wodurch er ungewöhnlich breit in seinem Bett wirkt und behäbig dahinfließt.

Hier am Douro ist ein grünes Paradies, jeder kleinste Winkel des Landes ist bepflanzt, alles gleicht einem grünen Garten, wo man hinschaut, alles ist wunderbar grün. Die alten, beeindruckenden, steilen Weinterrassen, die von Generationen in mühevoller Arbeit angelegt wurden, prägen die Landschaft. Hier bildet das wuchernde Grün einen Kontrast zum schwarzen Schiefer. Die Landschaft ist sehr stark gegliedert, Wein, Bäume, kleine Felder und Häuser wechseln sich ab. Und immer wieder ist man von der Blütenpracht der vielen Blumen um die Häuser herum überwältigt.

Aber nicht den ganzen Sommer über ist die gesamte Landschaft so grün, obwohl es hier kühler und feuchter als im Süden des Landes ist, verdorren die Getreidefelder und andere Gräser, so dass im Sommer das Grün der Bäume und der Weinberge im Kontrast zu vertrockneten, abgeernteten Feldern steht. Die meisten Dörfer finden sich in größeren Höhen, oft sind es keine geschlossenen Siedlungen, sondern die Häuser sind über das Land verstreut. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen, prunkvollen Herrenhäuser.

Douro und Banyuls sind zwei Anbaugebiete in Portugal und Frankreich, die eine große Gemeinsamkeit haben. In denselben Rebanlagen werden Trauben für große Rot- und Weißweine und für die gespriteten Süßweine angebaut. Banyuls und Portwein sind in der Herstellung wie auch in der Aromenvielfalt eng miteinander verwandt. Hier wollen wir uns aber nur den trocken ausgebauten Weinen des Douro widmen.

Der Anbaubereich Douro umfasst keineswegs das gesamte Flusstal, lediglich die obere Hälfte des zu Portugal gehörenden Flussabschnittes und seiner Nebentäler haben Anrecht auf die D.O.C. Douro. Portugal hat eine Vielzahl heimischer Rebsorten, von denen traditionell etwa 100 am Douro angebaut werden, aber nur wenige davon gehören zu den Empfohlenen, die mindestens 60% der Assemblage ausmachen müssen. Die empfohlenen roten Rebsorten sind: Tinta Roriz (im Alentejo Aragonez, in Spanien Tempranillo genannt), Bastardo, Marufo, Tinta Barroca, Tinta Francisca, Tinto Cão, Touriga Francesca, Touriga Nacional und Trincadeira Preta.

Die Douro-Rotweine sind meist sehr farbintensiv, vielschichtig, mit opulenter Frucht, in der die schwarze Kirsche oft überwiegt und kräftigen Tanninen. Einfache Weine werden meist ohne Holz ausgebaut und sind als charmant-fruchtige Weine für den frühen Genuss bestimmt. Die tiefgründigen Weine reifen meist im Barrique. Viele von ihnen, die Weltklasse-Niveau erreichen bedürfen einer Lagerzeit von 10 Jahren und mehr, bevor sie sich öffnen, andere werden modern ausgebaut und sind bereits nach einer kurzen Lagerzeit trinkreif.

Aber es werden nicht nur Rotweine am Douro erzeugt, traditionell wurden auch gute Weißweine angebaut, die heute eine große Renaissance erleben. Besonders die höher gelegenen Terrassen sind für Weißweine gut geeignet, da das kühlere Klima, besonders zur Erntezeit die Produktion eleganter, feiner Weine erlaubt.
Die zugelassenen weißen Rebsorten sind: Donzelinho, Esgana Cão, Folgasão Gouveio (oder Verdelho), Malvasia Fina, Rabigato und Viosinho.

VINHO VERDE

Vinho Verde heißt übersetzt "Grüner Wein", wobei mit "grün" die grüne Landschaft der Minho-Region, aber auch der junge, frische Wein gemeint ist.

Das Weinanbaugebiet Vinho Verde ist das nördlichste und wichtigste Anbaugebiet Portugals und gibt dem Wein aus dieser Gegend seinen Namen.

Es befindet sich zwischen den Flüssen Douro und Minho und erstreckt sich über die Distrikte Viana do Castelo, Braga und Porto, zusammengenommen die historische Provinz Minho, nach dem gleichnamigen Fluss benannt.

Das Gebiet beinhaltet neun Weinanbaubereiche: Amarante, Ave, Basto, Baião, Cávado, Lima, Monção, Paiva und Sousa und umfasst etwa 34.000 ha Rebfläche, die im Jahre 2008 etwa 650.000 hl Wein hervorbrachten.

Bereits im Jahre 1908 wurde das Gebiet als DOC-Bereich für rote und weiße Weine gesetzlich definiert. Die Rebstöcke ergeben heute rund ein Viertel des portugiesischen Weins. Für etwa 30.000 Winzer ist der Weinanbau eine wichtige Nebenerwerbsquelle. Maßgebend ist der vom Atlantik beeinflusste hohe Niederschlag von bis zu 2.000 mm im Jahr.

Kultiviert werden die Rebsorten Alvarinho, Avesso (synonym Borraçal), Loureiro und Treixadura, seltener Sercial.

Durch den Anbau der Reben an 2 m hohen Pergolen werden die Reben vor der Bodenfeuchte und zu viel Hitze geschützt. Oftmals pflanzen die Winzer zwischen den Reben noch Gemüse an.

Der leicht moussierende Wein Vinho Verde hat einen leichten, spritzigen Charakter. Beim biologischen Säureabbau der im Rebsaft enthaltenen Apfelsäure entsteht die natürliche Kohlensäure. Da der Ausbau des Weines viel Gefühl und Erfahrung erfordert, gibt es relativ große Qualitätsunterschiede. Bei mangelnder Hygiene aus Angst vor Fehlgärungen wird der Wein stark geschwefelt, wodurch jedoch die Entstehung der natürlichen Kohlensäure unterbunden wird: Sie wird künstlich hinzugefügt. Der Wein wird größtenteils als "trockener" Wein ausgebaut. Lediglich einfache Exportqualitäten haben ein wenig Restsüße, um die starke Säure abzufedern.

Neben dem auch international vertriebenen weißen Vinho Verde gibt es auch roten und roséfarbigen Vinho Verde, der jedoch fast ausschließlich lokal im Handel ist. Er ist von extrem intensiver Farbe und sehr tanninhaltig.

Der Wein ist mit einem Alkoholgehalt von 8,5 bis 11,5 % ein sehr leichter Wein. Dies erklärt auch seine wachsende Beliebtheit als Sommerwein. Er wird als junger Wein getrunken.

Es gibt aber aus der Region Vinho Verde auch Weißweine z.B. basierend auf der Rebsorte Alvarinho, die qualitativ sehr hochwertig und langlebig sind. Diese Weine reifen noch auf der Flasche und können ohne weiteres mehrere Jahre gelagert werden. Sie dienen auch als exzellente Essensbegleiter.